Geschichte der Offenburger Baugenossenschaft

Die Gründung der ehemals gemeinnützigen Baugenossenschaft Offenburg eG erfolgte am 2. März 1913. Insgesamt 87 Mitglieder ließen sich als Gründer in die Mitgliederliste eintragen. Die Gründung entsprach einem allgemeinen Wunsch, preiswerte Wohnungen zu bauen.

Dem Vorhaben, zügig mit dem Bau von Wohnungen zu beginnen, wurde mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ein jähes Ende gesetzt, das bereits erworbene Bauland wurde zunächst als Gartenland an die Mitglieder verpachtet.

Kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde man in der Genossenschaft wieder aktiv. Durch die große Wohnungsnot veranlasst, wurde der eigentliche Zweck der Genossenschaft, Wohnungen zu bauen, zielstrebig verfolgt. In der Mitgliederversammlung am 6. Januar 1919 wurde der Beschluss gefasst, im Galgenfeld mit dem Bau von 70 Einfamilienhäusern zu beginnen.

305 Mitglieder zählte die Genossenschaft im Jahr 1919. 1922 besaß die Genossenschaft bereits 160 Wohnungen, davon 88 Einfamilienhäuser und 72 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Im Jahr 1923 wurde jedoch durch die französische Besatzung und die fast vollständige Entwertung der Zahlungsmittel jede Bautätigkeit lahmgelegt. Nach der Inflationszeit wurde die Bautätigkeit fortgesetzt.

Bereits im Jahr 1938, nach 25jährigem Bestehen, gehörten der Genossenschaft 516 Mitglieder an, der Wohnungsbestand war auf 308 Wohnungen angewachsen. Der stete Aufwärtstrend bei den Mitgliederzahlen und beim Bestand an Wohnungen wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrochen. In den folgenden Jahren wurden Teile des Wohnungsbestandes schwer beschädigt oder sogar völlig zerstört. Mit dem Wiederaufbau der zerstörten Häuser wurde 1948 begonnen.

Ab 1950 setzte auch wieder eine umfangreiche Neubautätigkeit ein, um der

großen Wohnungsnot zu begegnen. So erhöhte sich der Wohnungsbestand bis Mitte der 70er Jahre auf 721 Wohnungen.

Seit dieser Zeit hat die Instandhaltung und Modernisierung des vorhandenen Bestandes Vorrang vor der Neubautätigkeit und wird konsequent durchgeführt.

1994 erfolgte mit dem Kauf von 60 ehemals von den französischen Streitkräften genutzten Wohnungen aus dem Bestand der Bundesvermögensverwaltung nochmals ein Zugang in nennenswertem Umfang auf das derzeitige Volumen von rund 780 Wohnungen.